Deutscher Mittelstand ist weltweit aktiv

Deutscher Mittelstand
Rund um die Welt - deutsche Mittelständler sind international aufgestellt. ( © Victoria - Fotolia.com)

Rund die Hälfte der mittelständischen Unternehmen in Deutschland ist auch im Ausland aktiv. Grenzübergreifende Umsätze und Importe sind im vergangenen Jahr stark angestiegen. Wichtigste Absatzregion bleibt die Eurozone.

Einer aktuellen Umfrage der KfW-Bankengruppe zufolge, sind deutsche mittelständische Unternehmen auch nach der Wirtschafts- und Finanzkrise stark auslandsaktiv. Im vergangenen Jahr erzielte die Hälfte der mittelständischen Unternehmen Umsätze im Ausland oder importierte Waren oder Dienstleistungen.

Für die Studie "Mittelständler nutzen Globalisierungschancen" hat die KfW Anfang des Jahres rund 1.300 Unternehmen des export- und innovationsorientierten, größeren Mittelstands befragt.

Das Ergebnis: Besonders bei Einkäufen im Ausland schlägt der Mittelstand immer häufiger zu: Hatten vor zwei Jahren 47 Prozent der auslandsaktiven Unternehmen Waren oder Dienstleistungen importiert, waren es im vergangenen Jahr bereits 64 Prozent.

Importe nehmen zu

"Die starke Zunahme der Importaktivitäten zeigt, dass offenbar immer mehr Mittelständler Effizienzpotenziale in ihren Wertschöpfungsketten heben, indem sie sich Beschaffungsmärkte im Ausland erschließen“, sagt Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe. Über eigene Direktimporte könnten Unternehmen die Kosten für Zwischenhändler sparen, so der Fachmann.

Die wichtigste Absatzregion für den deutschen Mittelstand ist nach wie vor Europa: 96 Prozenz der befragten Unternehmen exportieren in Länder der Eurozone.

Zur Geschäftsstrategie der auslandsorientierten Mittelständler gehört auch ein ausgeprägtes Risikobewusstsein, insbesondere was mögliche Folgen der Staatsschuldenkrisen angeht. Der Befragung nach ergreifen mehr als die Hälfte der Unternehmen Maßnahmen zur Absicherung, Diversifikation und Vermeidung von Risiken.

„Chancen überwiegen“

Irsch zufolge beobachteten die auslandsaktiven Mittelständler die wirtschaftlichen Entwicklungen sehr genau und sähen dabei viele gute Chancen: „Diese Unternehmen bewerten ihre mittelfristigen Geschäftserwartungen bis 2012 signifikant optimistischer als binnenorientierte Mittelständler", so Irsch. Der Umsatzanteil durch Exporte soll im Jahr 2011 noch einmal deutlich steigen - auf dann 29,1 Prozent. Die Erschließung neuer Absatzmärkte (66 Prozent) und Bezugsquellen (49 Prozent) waren laut Studie die wesentlichen Motive, warum Mittelständler die internationale Bühne betraten. Darüber hinaus nannten 34 Prozent den "Zugang zu Wissen" und 23 Prozent "qualifizierte Mitarbeiter" als Gründe für den Schritt über Deutschlands Grenzen hinaus. Für 9 Prozent sind zudem "günstige Arbeitskräfte" ein Grund. Die Verlagerung von Produktionen ins Ausland spielte hingegen kaum eine Rolle. SZ

Externe Links:
Die vollständige KfW-Studie (PDF)




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