Schwieriges Projekt Datenumzug
Wenn Unternehmen von einem alten auf ein neues IT-System umstellen, müssen auch die Daten umziehen. Datenmigration nennt man diesen Prozess. Der ist nicht immer ganz unproblematisch.
Unternehmen fällt der Umstieg auf neue IT-Systeme schwer. Denn schnelle Änderungen führen zum ständigen Hin- und Herschieben von Daten. Datenmigration heißt das Gebot der Stunde. "Es ist erkennbar, dass viele von bestehenden IT-Systemen weg wollen oder müssen“, sagt Wolfgang Schlegel vom IT-Dienstleister Modcomp. „Entweder ist der Umzug zu einem neuen System vonnöten oder es muss ein Versionssprung bewältigt werden. Das wird im Umfeld von Cloud Computing sogar noch zunehmen.“
Mitarbeiter dürfen nichts merken
Daten in neue Umgebungen zu schieben, ist kein leichtes Unterfangen. Es gibt semantische und strukturelle Unterschiede. Die Datenqualität ist nicht immer klar erkenntlich. Hinzu kommt, dass eine groß angelegte Migration eine Querschnittsaufgabe ist, die viele Mitarbeiter und Abteilungen betrifft. Daher ist eine gute Kommunikation elementar wichtig. Zudem sollte der Anwender von einem Datenumzug möglichst nichts merken, erklärt der Fachmann: "Die Informationen müssen so abrufbar sein, wie es der Endanwender vorher gewöhnt war.“ Hier würde in den nächsten Jahren ein bedeutsames Geschäftsfeld für spezialisierte Unternehmen entstehen. Ein Ausschnitt dieser Aufgaben sei etwa die Archivmigration.
Angesichts einiger veränderten Rahmenbedingungen stehen viele Unternehmen vor der Frage, wie Informationen migriert werden müssen und können. "Wenn man etwa Archive anfasst, dann ist das nicht nur eine Daten-Migration", sagt Schlegel. Es müsse in einem hohen Maße nachvollziehbar agiert werden. In Hinblick auf die Compliance sind genaue Regeln zu befolgen, etwa Dokumentationspflichten und gesetzliche Anforderungen. "Es gibt Daten, die man als nicht mehr lesbar vorfindet. Auch das muss dokumentiert werden.“
Wenige verlässliche Erfahrungswerte
Viele Unternehmen sind zu zögerlich bei der Datenmigration. Der Grund: Hersteller bieten nicht immer Festpreise an. Außerdem liegen keine verlässlichen Erfahrungswerte von anderen vor. Auch sind die Tools, um Metainformationen zu erhalten, unausgereift. Entsprechend wichtig sind zuverlässige Partner. Schlegel empfiehlt Firmen, die mit sämtlichen Systemen quell- als auch zielseitig interagieren können.
Nachholbedarf sieht Schlegel vor allem bei Banken, Versicherungen, im Gesundheitswesen und in der Pharmaindustrie. Potenzial bestehe bei abgekündigten Umgebungen, der Wahl einer neuen Plattform oder der Auslagerung in die Computerwolke. "Wie beim Umzugsunternehmen besteht die Aufgabe darin, den Transfer von A nach B sicher über die Bühne zu bringen", sagt Schlegel. pte/ZU
Weiterführende Links:
Migrationsleitfaden des Bundes


