Berichtswesen: Konzerntöchter haben Probleme

Berichtswesen Konzerntöchter
Tochterkonzerne müssen ihre Geschäftsberichte an den Mutterkonzern überliefern. Das Prozedere ist oft problematisch. (©Sergej Khackimullin - Fotolia.com)

Tochterunternehmen großer Konzerne haben zunehmend Probleme bei der Erstattung ihrer Geschäftsberichte an die Mutterunternehmen. Das zeigt die aktuelle Studie "European EPM Study". Experten raten zu raschem Handeln.

Tochtergesellschaften haben immer größere Probleme, ihre Berichte rechtzeitig und vor allem fehlerfrei an die Konzernzentralen zu übermitteln. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie „European EPM Study“. Besonders mangelnde Qualifikation des Personals und eine schlechte Integration der IT-Lösungen sind der Erhebung nach dafür verantwortlich. Gleichzeitig müssten Kennzahlen in immer kürzeren Abständen an den Gesamtkonzern gemeldet werden - was das Problem weiter verschärft.

Im Rahmen der Studie des europäischen Beratungsnetzwerks bpm international wurden 100 europäische Industriekonzerne zum zweiten Mal seit dem Jahr 2006 zu ihren Prozessen und Instrumenten hinsichtlich Konsolidierung, Reporting (Berichtswesen) und Planung befragt.

"Brisantes Ergebnis"

"Das Ergebnis ist brisant", sagt Thomas Schinkel, Managing Consultant bei der internationalen Beratung ifb group, die bpm international angehört. "Vor allem bei der Ein- und Weitergabe der Daten sind die Probleme zwischen Tochter- und Mutterkonzernen im Vergleich zu 2006 gestiegen. Die gelieferten Zahlen sind oft fehlerhaft und müssen mehrmals hin- und hergeschickt und korrigiert werden", so der Fachmann. Kostbare Zeit ginge so verloren.

Die Befragten nennen eine lückenhafte Qualifikation der Mitarbeiter und die fehlende Funktionalität und Integration ihrer IT-Systeme als Ursache für die Probleme. Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an die Finanzabteilungen stetig an. "Schnellere Datenlieferungen, neue gesetzliche Regelungen und steigende Datenmengen machen die Bilanzierungsprozesse immer komplexer", so Schinkel. Die manuelle Dateneingabe, etwa per Excel, stoße dabei an ihre Grenzen.

Personalschulung nicht optimal

Das Personal wird häufig zunächst in den Konzernzentralen geschult. Bei ihrer Arbeit in den Tochtergesellschaften zeigen sich dann entsprechende Wissenslücken, was zum Beispiel neue gesetzliche Regelungen angeht.

In der Studie zeigte sich auch ein neuer Trend zur schnelleren Bereitstellung von Kennzahlen. So werden immer öfter Rolling Forecasts genutzt, bei der ein anfängliches Planungsschema immer wieder aktualisiert wird. Zudem hätten inzwischen 50 Prozent aller Unternehmen ein Flash Reporting, also einen schnellen Überblick der aktuellen Finanzentwicklung, etabliert.

Es zeigte sich auch, dass Tochterunternehmen Bilanzzahlen häufiger monatlich statt quartalsweise ablieferten. "Der Druck auf die Töchter steigt hier also weiter an", so Schinkel. Die Einführung neuer elektronischer und analytischer Systeme schreitet laut Studie zwar kontinuierlich voran. Häufig kämen allerdings noch Insellösungen zum Einsatz und nur wenige Unternehmen (22 Prozent) hätten integrierte Lösungen umgesetzt. "Integrierte IT-Systeme mit automatisierten Schnittstellen sowie eine kontinuierliche und zeitnahe Schulung der Mitarbeiter sind jetzt dringend notwendig, um den steigenden Herausforderungen an die Finanzabteilungen zu begegnen", rät Schinkel. SZ

Externe Links:
Anfordern der Studie (Englisch)
Homepage von bpm international




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